Freiarbeitsmaterial


Zum Freiarbeits-Material zählen all die Unterrichts – und Lernmaterialien, die Kindern ein freies, selbstbestimmtes und selbständiges Lernen ermöglichen.


Wo und wie Freiarbeitsmaterial einsetzbar ist, lässt sich am besten nachvollziehen, wenn man einen näheren Blick auf das Thema „Freiarbeit“ wirft:


Die Freiarbeit – oder auch Freie Arbeit ist eine Unterrichtsform: im Gegensatz zum „geschlossenen Unterricht“, d.h., dem Frontalunterricht, bei dem ein Lehrer eine Klasse von der Tafel aus anleitet und führt, ist Freiarbeit eine „offene“ Unterrichtsform, bei der Kinder selbstbestimmt lernen und interessenorientiert arbeiten. Sie wählen sich dabei ihr Material selbst und werden vom Lehrer individuell begleitet.


Die Gründer der Freiarbeit waren hauptsächlich die Reformpädagogen Maria Montessori und Célestin Freinet, die die Freiarbeit um die Jahrhundertwende entwickelten und an Schulen mit großem Erfolg einführten. Sie arbeiteten mit der sogenannten „radikalen“ Form der Freiarbeit, bei der Kinder durchgängig alle Freiheiten haben, sowohl was das Material anbelangt, als auch zeitlich, räumlich, mit methodisch und sozial.


Darüber hinaus gibt es verschiedene Abstufungen der Freiarbeit, mit mehr oder weniger Struktur, bei denen der Pädagoge mehr oder weniger den Verlauf des Unterrichtes bestimmt.


So finden beispielsweise bei der materialzentrierten Form der Freiarbeit die Schüler eine vorbereitete Lernumgebung vor, aus der sie dann ihre Materialien auswählen – Verhaltensregeln, sowie Arbeitsanleitungen sind vorgegeben.


Des Weiteren gibt es den „didaktischen Garten“ und die „Themenarbeit“.


Im didaktischen Garten ist die Grundlernumgebung geschlossen, jedoch können ein- oder mehrere Fächer offen gestaltet werden. Darüber entscheiden Schüler und Lehrer gemeinsam. Bei der Themenarbeit finden lediglich bestimmte Projekte über einen bestimmten Zeitraum in Freiarbeit statt. In der Themenarbeit wählen Schüler ein Thema aus, an dem sie stark interessiert sind und entwickeln selbständig ein Projekt dazu, das sie dann auch vorstellen.


Ein paar allgemeine Worte zum Freiarbeitsmaterial


Material, das in der Freiarbeit eingesetzt wird, sollte für jüngere Schüler auf jeden Fall folgende Kriterien erfüllen:


- es sollte kindgerecht gestaltet sein, d.h., verständlich aufgebaut, logisch und
- es sollte robust sein und Belastungen stand halten – also aus stabilem Material sein
- Kinder sollten sich damit nach einer Einführung durch den Erwachsenen selbständig beschäftigen können
- Es sollte anziehend auf das Kind wirken und so Freude bei der Arbeit damit auslösen
- Eine Selbstkontrolle sollte integriert sein, so kann das Kind Fehler selbst überprüfen.


Dies stärkt außerdem das Selbstbewusstsein und das Verständnis dafür, dass Fehler notwendig sind, um zu lernen.


In diesem Sinne können eigentlich alle geeigneten Materialien, die diese Kriterien erfüllen, als Freiarbeitsmaterial in Grundschulklassen eingesetzt werden.


In höheren Klassen können Schüler sich sowieso selbständiger beschäftigen.


Montessori-Freiarbeitsmaterial


Maria Montessori hat um die Jahrhundertwende ein zeitlos aktuelles Freiarbeits-Material entworfen, das auch heute noch viele Lernbereiche abdeckt und sich beispiellos für die Freiarbeit besonders im Vorschul- und Grundschulalter eignet.


Montessori-Freiarbeit-Material kann sowohl in Montessori-Einrichtungen mit mehr „radikaler“ Freiarbeit eingesetzt werden, als auch in Einrichtungen, oder im privaten Bereich.


Montessori-Freiarbeit-Material gibt es in den Kategorien Sinnesmaterial, Mathematik, Sprache, kosmisches Material, und Übungen des täglichen Lebens.


Freiarbeitsmaterial gibt es preisgünstig im Internet - es lohnt sich, einmal einen Blick in einen Montessori-Katalog zu werfen!